Unabhängig davon, ob an dieser Stelle schon über meinen Röllchenfetisch berichtet wurde oder nicht, hatten wir am Freitag ein Erlebnis, dass selbigen in all seinen merwürdigen Auswüchsen legitimiert. Denn unser Abend bei A+C stand ganz im Zeichen der Rolle. Und eines soll vorweg genommen sein: es war ganz außerordentlich phantaistisch. Und es wirft die Frage auf, ob die Angst unserer Gastgeber vor schlechten Kritiken an dieser Stelle sie zu immer neuen Höchstleistungen antreibt?

In jedem Fall startete der Abend mit einem köstlichen Rucola-Tomaten-Salat, der in einem feinen Himbeer (oder waren es Erdbeeren??)-Dressing abgeschmeckt war. Und dazu gab es mit Schafkäse, Oliven und anderen Dingen gefüllte Pfannkuchen - oder wie wohl die richtige Beschreibung ist: Crespelle. Die waren köstlich. Und das ganze wurde noch viel wunderbarer, als zur Hauptspeise Tagliatelle in einer tollen Nusssoße mit grandiosen Kalbfleischröllchen serviert wurden, in dessen inneren sich ein Nusspesto versteckte. Das war nun wirklich ein Höhepunkt der vergangenen Monate. Sehr, sehr lecker!!! Der Wein - ob weiß oder rot - machte alles noch besser. Dann gab es Christophs patentieren Café´mit Zucker-Zement und dazu eine Nachspeise, die zumindest ich nicht mehr zu verspeisen in der Lage war, bestand sie doch aus fünf geschmolzenen Mars-Riegeln, Reis-Crispies und Butter. Lecker, aber krass.
Insofern konnte das Wochenende gar nicht besser beginnen!
dschungel - 18. Nov, 16:46
Hört und staunt. In über einem Monat sind wir zu netten Hartz-Runde bei M.&B. eingeladen. Das sind noch genau 37 Tage und viereinhalb Stunden - von heute an. Dennoch schrieb M. uns bereits am vergangenen Montag Folgendes [es folgen Auszüge aus einer nicht jugendfreien Mail, für die der Küchendschungel keinerlei redaktionelle Verantwortung übernimmt; zur Erklärung: es wird Käse-Fondue geben]:
"wir haben schon erste Vorbereitungen getroffen. So wurden erste Bestandteile desselben (nein, nicht der Käse, der wäre bis zum Termin ein wenig zu pikant gereift) käuflich erworben. Auch Hintergrundliteratur zum historischen und kulinarischen Kontext liegt bereit (gegenwärtig ist geplant, eine Tischvorlage mit Auszügen zu erarbeiten). Ja, derart überschäumend ist die Vorfreude, dass wir schon intensiv das Menü diskutieren: Ein Salat als beschwichtigendes Moment für diejenigen, die um ihre Figur fürchten vielleicht? Mag man nach Käsefondue wirklich an Nachtisch denken? Eine Vorspeise wurde bereits verworfen, um die Leistungsfähigkeit der Gästemägen nicht herabzusetzen. Auch die Weinfrage erfordert – zumindest für die Fraktion der Rotweinfreunde – noch ein wenig Nachdenken, oder hilfsweise fachliche Beratung durch unsere Haus-Sommelieuse. Außerdem stellt sich die Frage, ob Bier am Tisch überhaupt zugelassen werden sollte. Und zwar aus gesundheitlichen Gründen, weil es stärkeres als Bier braucht, um der Magenmine Herr zu werden." [Zitat Ende]
Ja, nur noch vier Wochen, Freunde...
dschungel - 17. Okt, 14:17
Das war nicht fair! Es war unser Jahrestag. Und die Wahl des Restaurants für diesen Anlass fiel auf ein Restaurant, das M. gerne mal als "unsere sichere Bank" bezeichnet - eben, weil wir dort immer tolles Essen und einen wundervollen Abend genossen hatten. Aber was dann Anfang Oktober im Azul passierte, macht aus der sicheren Bank ein krisengeschütteltes Unternehmen. Man hätte noch verzeihen können, dass wir in etwa eine halbe Stunde auf die Karte warten mussten, obwohl nur vier Tische besetzt waren. Man hätte vielleicht auch verzeihen können, dass die Getränke noch einmal eine gefühlte Stunde auf sich warten ließen. Unter Umständen hätte man sogar auch noch verzeihen können, dass dann plötzlich Aperitif und der zum Essen bestellte Wein dann binnen Sekunden gleichzeitig auf dem Tisch standen und der Weißwein Zeit bekam, zum Essen warm zu werden. Aber was wir nicht verzeihen können: Plötzlich stand der Hauptgang auf dem Tisch. Und wo war unsere Vorspeise?????? Viel zu nett, wie wir sind, haben wir nicht darauf bestanden, dass die Hauptspeise wieder vom Tisch kam und die Vorspeise drauf. Die Enttäuschung über diesen Abend allerdings war groß.
dschungel - 16. Okt, 19:59

Ich gebe zu, schon auf dem Heimweg haben wir uns angeregt über das Dargebotene unterhalten. Und schnell wurde eine Hitliste der Speisen angeboten. Für uns beide lag der fantastische Ziegenkäse auf Mango und Apfel mit Feigen und Preiselbeersauce (nein, es waren keine ganz dunklen Tomaten!!) auf Platz eins. Dicht gefolgt von den wunderbaren Hackfleischbällchen in einer einzigartigen Tomatensauce (der Tipp der Köchin: die Gewürze ganz zu Beginn in der Pfanne anbraten), die mit Pinienkernen verfeinert waren. Aber auch Pflaumen in Speck, selbstgemachte Aioli, Pampoli und Orangen in Honig und Olivenöl ließen nicht das Geringste zu wünschen übrig.
Erklärungen zum Anlass? Ein spanisches Tapas-Essen bei den M&M's. Und wie wir bei vergangenen Anlässen gelernt haben, spielt natürlich nicht nur das Essen eine Rolle. Doch auch für Gastfreundlichkeit (ich hab mich wie zu Hause gefühlt!), Stimmung und Wohlfühlfaktor bekommen die beiden ganz eindeutige zehn von zehn Punkten. Ganz liebe zehn Punkte!!
dschungel - 16. Okt, 19:41

Welch ein Anblick in unserer Küche! Nein, das sind nicht die hottest-string-tangas, die wir ins unserem Kleiderschrank finden konnten - hier hängt unser Abendessen! Sorgsam einzeln auf die Wäscheleine gespannt. Dazu? Rotes und grünes Pesto, eingewickelt in Putenfleisch. Wie es schmeckt? Ich muss mich noch gedulden. Und ihr leider auch.
dschungel - 23. Sep, 19:45
Er hat schon so seine Vorteile, dieser Essensblog. Angesichts der möglichen öffentlichen Bewertung des dargebotenen Speisen sind unsere Gastgeber oftmals besonders bemüht, ein möglichst perfektes Menü auf den Tisch zu stellen - was ihnen bislang auch jedes Mal gelungen ist. Doch was ist mit unserer eigenen Küche, die wir in der Regel nur selbst bewerten? Wäre es nicht fair, diese auch zur Bewertung zu stellen?
Die gestrige Hartz-Runde gab den Anlass für das nun folgende, auch für uns neue Experiment: Wir stellen unser eigenes Essen zur Beurteilung frei. Für die Runde können Punkte vergeben werden in folgenden Kategorien:
Vorspeise: Kürbissuppe mit Crème fraîche und Walnüssen
Hauptgericht: Hessischer Zwiebelkuchen ohne Federweißen
Nachspeise: Mousse au chocolat auf einem Himbeerspiegel
Natürlich können auch die kulinarischen Soft Skills mit Lob oder Kritik versehen werden. War der junge Mann wirklich immer freundlich und zuvorkommend? Hatten die Gäste stets gefüllte Gläser bzw. Flaschen vor sich? Wurden die Wünsche der Runde erahnt, noch bevor sie ausgesprochen waren? Ließ die Tischdekoration zu wünschen übrig?
Wir sind gespannt, was euch so alles einfällt.
Ob ich versprechen kann, Kommentare nicht zu löschen? Nun, ihr Lieben, ich werde mich bemühen, meine Finger im Zaum zu halten...
In diesem Sinne: Feuer frei!
dschungel - 16. Sep, 20:13

Es fällt schwer, über unsere zweite Woche in Frankreich an der Loire und damit über das wunderbare Essen in der Auberge de Launay (
www.aubergedelaunay.com) zu schreiben, ohne in sentimentales Schwärmen zu geraten. Denn neben wunderhübschen Städten, der hinreißend wilden Loire und überaus erfolgreichen Einkaufsstreifzügen durch diesen faszinierenden Landstrich wurde uns in unserer Herberge ein ausgezeichnetes Essen geboten. Für einen preiswerten Halbpensionspreis wurde uns dort jeden Abend ein tolles dreigängiges Menü inklusive überraschener Amuse gueles geboten. Auswahl gefällig? Die Favoriten auf unserer Liste waren eindeutig eine Kürbissuppe mit Walnuss-Crème-fraîche, Kalbsrouladen und drei Sorten gebratener Fisch auf schwarzem Reis und Himbeersauce. Und erst die Desserts!! Das Hüftgold war die Reise schon wert - noch leicht flüssige Schokotörtchen, hausgemachtes Kaffeeeis, Crème de vanille, Tarte Tatin, Vanilleeis mit reichlich frischer Vanille...hier einen Favoriten auszumachen fiel angesichts der Auswahl mehr als schwer. Überraschend: Lilafarbenes Anis-Eis (jedenfalls vermuten wir, dass es Anis war...) in einer beeindruckenden Konstruktion auf dem Teller verteilt. Fotos hier leider Mangelware. Wer auch immer an die Loire reisen sollte - hier ist er kulinarisch bestens aufgehoben! Die wunderbar familiäre Stimmung der Auberge inklusive eines riesigen Gartens mit Terrasse taten ihr Übriges, so dass ich froh war, dem Eigentümer bei der Abreise meinen Abschiedsschmerz nicht mit einem Schwall von Tränen zu beweisen...
dschungel - 13. Sep, 20:26
Wir sind zurück. Zwei Wochen Frankreich waren ein Hochgenuss. Spaziergänge am Atlantikstrand. Einsame Sonnenuntergänge. Tolle Schlösser an der Loire. Und natürlich nicht zu vergessen: Herausragendes Essen. Die erste Woche war Luxus ohne viel Geld. In La Tranche sur Mer bekamen wir fangfrische Garnelen, köstliche Muscheln und wunderbaren Fisch zu kleinsten Preisen. So wurde fast jeden Abend der Grill angeheizt, um das köstliche Meeresgetier zur Vollkommenheit zu garen. Sardinen, Lachs, Dorade, Garnelen - alles, was nicht bei drei zurück im Meer war, lag kurz vor Sonnenuntergang auf unseren Tellern. Dazu Artischoken, gegrillte Zucchini, frischen Salat. Alles, was das Herz begehrt. Nur die Austern, die wurden immer noch nicht unsere Freunde...dafür das Essen an der Loire...jeden Abend drei bis fünf Gänge...doch dazu später mehr!

dschungel - 9. Sep, 18:19

Es hätte der erste Test sein können. Dafür, ob sich die Menschen, die uns zum Essen einladen, von dem Bewusstsein, dass man am nächsten Tag über ihre Kochkünste berichtet, unter Druck setzen lassen.Nun, hat man nicht ein leichtes Zittern bemerkt, als die Teller auf den Tisch gereicht wurden? Aber das, was auf den Tellern lag: wunderbar! Gegrillter Pfirsich, Endivien mit Ziege, Fisch mit Speck, Broccoli in Zitro-Mayo und natürlich nicht zu vergessen die "german Kleinigkeit" als Creme...auch, wenn unsere Gastgeber immer wieder zusammen in der Küche verschwanden (vielleicht auch, um sich gegenseitig zu beruhigen?) - das Gemeinschaftswerk von J. und R. kann, nein muss ausführlich gelobt werden. Für die glückliche Sättigung spricht auch, dass an Frühstück auch jetzt noch immer nicht zu denken ist...
dschungel - 19. Aug, 12:24