Aus der Lust am Experiment
In den ersten Momenten schien alles vollkommen normal. Ein schmales, freundlich eingerichtetes Restaurant. Zwei hilfsbereite Kellner, die so diskret nach unserer Reservierung fragten, dass der Eindruck, der Anruf aus Deutschland könnte doch nicht ganz so erfolgreich verlaufen sein, sich gar nicht weiter verfestigen durfte. Doch der erste Blick in die Speisekarte hatte schon auf der heimischen Couch verraten, dass normal hier nicht das übliche Wort war. Wem es zu viel des Aufwands (und der kulinarischen Aufopferung) ist, jahrelang auf einen Tisch im El Bulli zu warten und es trotz aller Freude an Hochgenüssen der Kochkunst nicht einsieht, für einen einzigen Restaurantbesuch eine Reise nach Spanien zu wagen, der ist hier richtig aufgehoben: Im Monjul, Paris, Marais.
Gut, hier werden keine Suppen mit flüssigem Stickstoff geeist oder die Schwänze von Flugfischentenmousse kandiert. Aber ein Experiment ist es allemal – das erfuhren wir spätestens, nachdem die letzten Schlucke des Kir Royal unsere Kehlen herunter geronnen waren und die Vorspeise vor uns stand.
Er: Hauchdünne Scheiben Jakobsmuschel, in einer Vertiefung des Tellers gefangen. Mit dem Anrichten kam darüber eine klare Bouillon. Dazu: Fantasievolle kleine Törtchen aus Kohl und ähnlichem Gemüse.
Ich: Vier Sorten frisches Gemüse, in eine Art Salat-Mousse-Zustand versetzt. Tomate, Aubergine, Süßkartoffel und Rote Beete. Dazu: Bezauberndes Pistou, Kräutercroutons und eine zähe dunkle Masse, die im ersten Probieren einen Hauch von Pflaume erkennen ließ und sich übrigens auch auf seinem Teller fand. Dass er zu beständig nachfragte, was der Geschmack noch zu bedeuten habe und ich dann doch noch auf Lakritze kam, kann nicht mir angelastet werden. Allenfalls dem Koch.
Unser beider Urteil der Vorspeise: Herausragend! Spannend! Lecker!!
Wir nahmen ein paar Schlucke von dem anständigen, aber nicht herausragenden weißen Hauswein und nach genau der richtigen Zeit (die wir natürlich nutzten, um die Gerichte unserer Nachbarn zu begutachten) stand dann die Hauptspeise auf dem Tisch.
Wir beide: Ravioli mit Crevetten und Basilikum. Was sich aber Ravioli nannte, kam daher wie kleine asiatische Teigtaschen. Dazu gab es eine Sauce, die sehr schnell als Humus in einer alternativen Konsistenz identifiziert wurde. Außerdem ein frischer Kräutersalat, der auch dieses Gericht perfekt abrundete.
Wir nippten weiter an unserem Wein und echauffierten uns schon darüber, dass die stark geschminkte, blond gefärbte, Dior gewandete Dame am Nebentisch ihren bezaubernd aussehenden Nachtisch nicht mal eines Blickes würdigte (und dabei hätte das bisschen Schokolade ihrer Taille allenfalls den Rest gegeben), aber da kam es schon, das Tausendsassa-Dessert.
Er: Banana-Billy. Bananen-Mousse mit Keksboden, Erdbeer-Shake, Eis aus – ja, was noch mal, mein Liebster? – und Kekse. Eine Augenweide, die von meinem Gourmet ergänzt werden muss.
Ich: Crunch 27, bestehend aus einem sündhaft-selbstgemachten Schokoriegel, einer zarten Kugel Minzeis und dazu ungesüßte, bittere Mousse au Chocolat. Explosion der Geschmäcker!!!
Monjul, Paris, Marais, wir empfehlen dich mit noch immer glühend heißen Wangen der Aufregung an jeden weiter. Nicht nur, weil du pro Menü mit 29 Euro echt unterbezahlt warst.
Gut, hier werden keine Suppen mit flüssigem Stickstoff geeist oder die Schwänze von Flugfischentenmousse kandiert. Aber ein Experiment ist es allemal – das erfuhren wir spätestens, nachdem die letzten Schlucke des Kir Royal unsere Kehlen herunter geronnen waren und die Vorspeise vor uns stand.
Er: Hauchdünne Scheiben Jakobsmuschel, in einer Vertiefung des Tellers gefangen. Mit dem Anrichten kam darüber eine klare Bouillon. Dazu: Fantasievolle kleine Törtchen aus Kohl und ähnlichem Gemüse.
Ich: Vier Sorten frisches Gemüse, in eine Art Salat-Mousse-Zustand versetzt. Tomate, Aubergine, Süßkartoffel und Rote Beete. Dazu: Bezauberndes Pistou, Kräutercroutons und eine zähe dunkle Masse, die im ersten Probieren einen Hauch von Pflaume erkennen ließ und sich übrigens auch auf seinem Teller fand. Dass er zu beständig nachfragte, was der Geschmack noch zu bedeuten habe und ich dann doch noch auf Lakritze kam, kann nicht mir angelastet werden. Allenfalls dem Koch.
Unser beider Urteil der Vorspeise: Herausragend! Spannend! Lecker!!
Wir nahmen ein paar Schlucke von dem anständigen, aber nicht herausragenden weißen Hauswein und nach genau der richtigen Zeit (die wir natürlich nutzten, um die Gerichte unserer Nachbarn zu begutachten) stand dann die Hauptspeise auf dem Tisch.
Wir beide: Ravioli mit Crevetten und Basilikum. Was sich aber Ravioli nannte, kam daher wie kleine asiatische Teigtaschen. Dazu gab es eine Sauce, die sehr schnell als Humus in einer alternativen Konsistenz identifiziert wurde. Außerdem ein frischer Kräutersalat, der auch dieses Gericht perfekt abrundete.
Wir nippten weiter an unserem Wein und echauffierten uns schon darüber, dass die stark geschminkte, blond gefärbte, Dior gewandete Dame am Nebentisch ihren bezaubernd aussehenden Nachtisch nicht mal eines Blickes würdigte (und dabei hätte das bisschen Schokolade ihrer Taille allenfalls den Rest gegeben), aber da kam es schon, das Tausendsassa-Dessert.
Er: Banana-Billy. Bananen-Mousse mit Keksboden, Erdbeer-Shake, Eis aus – ja, was noch mal, mein Liebster? – und Kekse. Eine Augenweide, die von meinem Gourmet ergänzt werden muss.
Ich: Crunch 27, bestehend aus einem sündhaft-selbstgemachten Schokoriegel, einer zarten Kugel Minzeis und dazu ungesüßte, bittere Mousse au Chocolat. Explosion der Geschmäcker!!!
Monjul, Paris, Marais, wir empfehlen dich mit noch immer glühend heißen Wangen der Aufregung an jeden weiter. Nicht nur, weil du pro Menü mit 29 Euro echt unterbezahlt warst.
dschungel - 29. Okt, 21:31
