Länger verweilen im Kirk Royal

Zugegeben, auf den ersten Blick ist man etwas misstrauisch. Da, wo früher einmal das Ma Rosa seine Gäste mit Bier und Bulgurbällchen begrüßte, wenn man den Schwung vom Kottbusser Damm ins Paul-Lincke-Ufer geschafft hatte, hat sich kürzlich eine neue kulinarische Oase niedergelassen. Langsam die Sonnenbrille von der Nase schiebend passen erst die liebevoll gedeckten Tische nicht an diese Ecke zwischen Moloch und Uferpromenade. So zwingt einen der erste Schritt unweigerlich ins Innere, wo ein besseres Zusammenspiel zwischen Ambiente und Kochkunst vermutet wird. Im Winter, sicher, denn auch die Innenräume des Kirk Royal haben das, was man wohl "Atmosphäre" nennt. Aber bei diesem strahlenden Sonnenschein vergangenen Samstag zwingt es uns dann doch nach draußen. Und es war die richtige Entscheidung. Kaum haben wir uns niedergelassen, steht auch schon hervorvorragendes Brot auf dem Tisch. Dazu ein bisschen Butter, genau richtig gekühlt, und eine kleine Schale eingelegte Oliven. Und von diesem Moment an vergisst man, dass nur wenige Meter entfernt türkische Hochzeitsgesellschaften laut hupend vorbei fahren und der Motz-Verkäufer viel zu aufdringlich an den Tischen vorbei geht. Denn von diesem Moment an sind wir mitten in Frankreich. Die Karte: Reduziert auf das Wesentliche und dadurch so sympathisch. Sein Fleisch, wahlweise Entrecôte oder Filet in verschiedenen Gewichtsklassen kann man eigenständig mit Beilagen versehen. Wir haben uns für gegrilltes Gemüse (er), eine gefüllte Tomate (ich) und Pommes (wir beide) entschieden und es nicht bereut. Auch, wenn wir der Tageskarte mit wechselnden Gerichten nur schwer widerstehen konnten. Aber ein nächstes Mal kommt sowieso.

kirk-royal1

Zum Essen genossen wir einen wunderbaren Sancerre (wann entdeckt man den schon mal auf einer Berliner Speisekarte?), unkonventionell stand der Weinkühler auf einem Stuhl. Der Service: Aufmerksam, manchmal etwas zu langsam, aber dabei unglaublich sympathisch, was uns gerne auch mal einen Moment länger warten ließ. So wollten wir auch gerne noch etwas länger verweilen, teilten uns eine Crème brulée (er: ein Zehntel, ich: neun Zehntel) und genossen die letzten Schlucke des wunderbaren Weins, bevor wir satt und zufrieden in Richtung Heimat schlenderten.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Grill on!
zaziemo (Gast) - 21. Aug, 22:52
Grillkunst im Park
Seit in Berlin das Grillen im Park verboten ward, setzte...
dschungel - 10. Aug, 21:26
Im größten Biergarten...
Nein, ein Nordlicht bin ich wahrlich nicht. Und dennoch...
dschungel - 4. Aug, 12:57
Italien in 456 Worten
Ja, ich gebe zu, dass war nicht besonders fair. Da...
dschungel - 3. Aug, 20:57
La chèvre qui rit
Eben! Wenn man an Ziegenfrischkäse denkt...wer braucht...
dschungel - 3. Aug, 20:56

Suche

 

Status

Online seit 6878 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Aug, 22:52

Credits


Am Freundestisch
Auslandsessen
Berliner Küche
Einkaufswagen
Essen im Büro
Essen im Freien
Essen in anderen Städten
Flüssigkeiten
Hartz-Essen
Hausmannskost
Kurioses
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren