Dienstag, 29. Januar 2008

...oder von der Schwierigkeit, am Potsdamer Platz ein gutes, bezahlbares Mittagessen zu finden!

Es ist ja nicht so, als habe der Küchendschungel so lange geruht, weil wir nichts mehr über Essen zu sagen haben. Alleine der dezente Hinweis von Food of love genügt, um gleich drei Beiträge in Folge zu generieren!

Denn was schon lange mal eines Kommentars bedurfte: Mittagsfreud und Mittagsleid am Potsdamer Platz. Die Erfahrung der heutigen Mittagsrunde zeigt, dass all jene, die beim Büroumzug in die "Mitte Berlins" ob der neuen kulinarischen Möglichkeiten jubiliert haben, schon nach wenigen Monaten wieder vor alten Problemen stehen.

Aber sehen wir uns die Auswahl doch mal an:

1. Unbestrittener Anführer der Hitlliste: Das Weilands direkt am Marlene Dietrich-Platz. Sieht man mal vom gut gemeinten "Wellfood"-Anspruch mit Dinkelnudeln und auch sonst vollständig politisch und ernährungspsychologisch korrekten Speisen ab, kann man hier für angemessenes Geld wirklich gute Mittagskost finden. Von Gemüsegerichten (mit BRAUNEM Reis natürlich, ich bitte euch!) über tolle Salate (mein Favorit: Takitori-Honighuhn - das macht auch Männer satt) bis hin zu ausgewählten, wechselnden Suppen. Einziges Manko: Wenige Plätze für viele korrekte Büromenschen.

2. Apropos Suppe: Auch der Coffeeshop hinter dem Ritz bietet einen Mittags-Suppen-Tisch zu einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Nur Zeit sollte man mitbringen. Denn auch die erfahrenen Coffeshop-Mitarbeiter schaffen es hier leider noch nicht, den Milchschaum des Vorbestellers unter fünf Minuten zu bereiten.

3. Fabelhafte Arkaden-Welt. Ich gebe zu, es hat etwas, mal einen schönen frittierten Fisch im Nordsee-Hafen zu genießen. Aber auf einen Bagel 45 Minuten warten, weil Oma Else aus Recklinghausen am Nebentisch sich erst noch erklären lassen muss, was Ruccola ist? Nur am Freitag ohne Arbeit. Und wann tritt der schon mal ein?

4. Der Politik schmeckts ja auch...oder wie lautet das Motto der Abgeordnetenkantine? Direkt gegenüber vom Martin Gropius-Bau bekommt man alles, was das Kantinenherz begehrt. Aber eben auch Ochsenfleisch in Waldpilzsauce. An manchem Tag nur was für geübte Mägen.

5. Fleischeslust im Maredo. Nicht ganz billig (Mittagsgerichte für gut sieben Euro), aber bei akuter Fleischeslust kann man hier blutige Stücke mit einem (tatsächlich ausgezeichneten) Salat vom Buffet genießen.

6. Chinabuffet, nicht ganz warm: Neueröffnung kurz vor den Arkaden. Hier schlemmt es sich nur mit großem Geldbeutel richtig gut. Denn dann kann man köstliche, frische Zutaten direkt vor den Augen zubereiten lassen. Das Buffet für den schmaleren Geldbeutel ist lauwarm. Aber man kann ich auch an 20 kleinen Frühlingsrollen satt essen, wenn der Arbeitsalltag mal wieder zum Frustspeisen lädt.

Wenn jemand noch mehr weiß (und nur das, was sich lohnt!) - hier ist der richtige Ort, um es loszuwerden!

Von der Schwierigkeit, einen Abend mit sieben Gästen zu planen

Ja, nach solch einem Tag soll es erlaubt sein, nicht mehr alleine nur über das Essen an sich, sondern auch über die Vorstellung von Essen zu schreiben. Denn man sollte nicht denken, wie schwer es ist, nur sieben Menschen vor der ersten Hitze an eine gemeinsame Tafel zu bringen. Versprochen ward Grünkohl und Zitronentiramisu. In angemessener Reihenfolge natürlich. Und dann kamen Beach Partys, Nichtengeburtstag (trotz minutiöser Planung der Onkeln und Tanten in der Essenz dann doch leider nicht zu überwinden) und sonstige karnevalslaunige und unlaunige Anlässe dazwischen. Wir haben einfach zu viel vor, liebe Mitspeisende. Man könnte eine gute Idee des Suppendienstags reaktivieren: Man bereite Fertigsuppe des wunderbarsten Nachtschattengewächses und bringe die Essenden auch an einem Wochentag zusammen.

Aber andererseits: Ich will Zitronentiramisu! Nicht, um es zu bewerten. Sondern um es einfach nur zu essen!!

Und: Wer soll bloß den ganzen Ouzo / Ramazotti / Averna / Grappa trinken, wenn wir alle am nächsten Tag wieder arbeiten müssen?

Zückt die Terminkalender - wir schaffen das schon! Und wenn M. und B. die Reihenfolge einfach wieder von vorne beginnen...

Transportiertes Fleisch

Fleisch

Sieht lecker aus? War es auch! Aber nicht, dass jetzt irgendeiner da draußen denkt, wir hätten dieses wunderbar rosa-zarte Schweinefleisch direkt so verzehren dürfen, wie es auf diesem Bild für alle fließenden Münder erscheint. Nein, direkt nach dem Entstehen dieses Bildes wurde das Schweinchen mit einer dicken Lage Alufolie bedeckt, auf die Knie gepackt und in einem ruckeligen Auto von München-Schwabing ins idyllische Puchheim transportiert. Wen der Anlass interessiert: Es war unser Silvesteressen. Und dies eigentlich nur ein Beweisfoto, wie das Schwein mal ausgesehen hat, bevor man es Kilometer durch Deutschlands Süden geschleppt hat. Zur Ehrenrettung der Paarhufer sei gesagt: Geschmeckt hat es auch in der bayerischen Provinz noch...

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